Was Sie aus diesen 11 bewährten Marketing Automation Kampagnen für Ihr Marketing lernen können + 60 Tipps für die direkte Umsetzung

Im Dezember 2012 befragte MarketingSherpa 272 Unternehmen, wie ausgeprägt Marketing Automation dort für unterschiedliche Zwecke eingesetzt wird.

Herausgekommen sind die 11 bewährtesten Anwendungsfälle von Marketing Automation Kampagnen.

Setzen Sie bereits die eine oder andere davon ein?

In diesem Beitrag gehe ich auf jeden dieser 11 Fälle ein und erkläre, wie sich die einzelnen E-Mailings in Ihrem Unternehmen effizient automatisieren und personalisieren lassen.

Zusätzlich gebe ich Ihnen insgesamt 50 Tipps (+ 10 Link-Tipps), womit Sie inhaltlich mehr aus den 11 Marketing Automation Kampagnen herausholen und was Sie für die Umsetzung der Kampagnen beachten sollten.

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Marketing Automation Kampagnen welcher Art betreiben Sie?

Vor einigen Tagen bin ich bei der Recherche für meinen Blog auf dieses sehr interessante Chart von MarketingSherpa gestoßen.

Es ist zwar schon ein paar Tage alt, die Prozente mögen sich in der Zwischenzeit verschoben haben, aber es illustriert sehr einleuchtend das Potenzial von Marketing Automation.

MarketingSherpa stellte 272 Unternehmen die Frage „Marketing Automation Kampagnen welcher Art betreiben Sie?“. Hier das Ergebnis:

Übersicht 1:1 Marketing Automation Kampagnen
(Quelle: MarketingSherpa)

Schauen wir uns die ersten beiden Einträge an, lassen sich zwei Ergebnisse schlussfolgern

50%, bzw. fast 50% versenden „Willkommen“-Mails und „Vielen Dank“-Mails automatisiert.

50%, bzw. über 50% der befragten Unternehmen verwenden KEINE Marketing Automation zum Versand ihrer „Willkommen“- und „Vielen Dank“-Mails.

Das bedeutet wahrscheinlich, dass im zweiten Fall der Großteil der verbleibenden 50% keine derartigen E-Mails versenden. Dass „Willkommen“- und „Vielen Dank“-Mails per Hand verschickt werden, ist sehr unwahrscheinlich.

Richtig interessant wird es ab dem dritten Eintrag, den Transaktionsmails. Aber bevor wir dazu übergehen, noch ein paar Tipps für die E-Mails, mit denen Sie Ihre Kunden „Willkommen“ heißen und mit denen Sie sich bei ihnen bedanken.

Automatisierte „Willkommen“- und „Vielen Dank“-Mails

E-Mails, die Nutzer zu etwas willkommen heißen oder allgemeiner formuliert: E-Mails, die eine Aktion des Nutzers bestätigen, gehören zu den dankbarsten aller (kommerziellen) E-Mails.

Der Nutzer hat sich zu etwas angemeldet, vielleicht zu einer Mailing-Liste, einem Newsletter, einer Community oder einer Webseite und erhält zur Bestätigung der Anmeldung eine E-Mail.

Oft werden diesen E-Mails aus Betreibersicht kaum bis keine Aufmerksamkeit zuteil. Alle CMS-, CRM-, und Shop-Systeme bringen ihre E-Mails zur Bestätigung von Anmeldungen mit, oft zum Teil bereits personalisiert.

Und der Versand erfolgt automatisiert nach erfolgter Anmeldung durch den Nutzer.

Warum also die „Willkommen“-und „Vielen Dank“-Mail zum Bestandteil eines technischen Prozesses degradieren?

Wer diesen Blog verfolgt, weiß, auf welche Elemente es im E-Mail-Marketing ankommt. Natürlich ergibt es Sinn, auch „Willkommen“- und „Vielen Dank“-Mails entsprechend aufzubereiten.

Ich spreche von den 9 „P“ des erweiterten Marketing-Mix, dem „Marketing Mix 2.0“.

Warum diesen E-Mails nicht die gleiche Aufmerksamkeit schenken, wie „üblichen“ E-Mail-Marketing-Kampagnen?

5 Tipps für die Willkommens- und Vielen Dank-Mail

Tipp 1: Beginnen Sie damit, diese wichtigen E-Mails von ihrem tristen technischen Textmail-Schicksal zu erlösen.

Gestalten Sie ansprechende HTML-Mails.

Tipp 2: Überlegen Sie, in welcher Situation der Nutzer sich beim Erhalt von Vielen Dank- und Willkommensmails befindet:

Er erinnert sich an seine Anmeldung zurück und beginnt oft beim Erhalt der E-Mail zu stöbern.

Tipp 3: Bieten Sie ihm Möglichkeiten, sich ein wenig auszutoben:

Stellen Sie sich und Ihre Angebote unaufdringlich vor, verweisen Sie auf Ihre Social Media-Profile, stellen Sie möglicherweise Ansprechpartner mit Kontaktdaten und Bild vor.

Tipp 4: Versenden Sie die E-Mails nicht zwingend unmittelbar nach der Anmeldung.

Vielleicht ergibt es Sinn, eine feste Uhrzeit für den Versand der Vielen Dank- und Willkommensmail festzulegen. Vielleicht um die typische Frühstückszeit 07:04 Uhr.

Damit erhalten Sie gleich eine Information über das achte „P“, die „Prime Time“des Empfängers.

Tipp 5: Lassen Sie die E-Mails nicht zwangsläufig nach technischer Systemmail aussehen.

Verwenden Sie als Absendername im E-Mail-Footer den zukünftigen Ansprechpartner des Nutzers.Verfassen Sie den Text in einem persönlichen Stil.

Link-Tipp: http://www.email-lounge.de/allgemein/customer-lifecycle-allgemein/willkommensmails-10-tipps-fuer-erfolgreiche-welcome-mailings/

Automatisierte Transaktionsmails

In diese Kategorie fallen Bestellbestätigungen, Rechnungen, Belege, Versand- und Trackingmails.

40% der befragten Unternehmen versenden Transaktionsmails automatisiert. Wie gesagt, die Zahl ist aus Dezember 2012. Allerdings kenne ich eine Menge mittelgroße Unternehmen, die Transaktionsmails tatsächlich manuell oder halbautomatisiert versenden.

Der Umgang von Unternehmen mit diesen E-Mails entspricht im Großen und Ganzen dem von Vielen Dank- und Willkommensmails.

5 Tipps für den Umgang mit Transaktionsmails

Vorab eine Grafik über die Öffnungsrate von Transaktionsmails:

Öffnungs- und Klickrate von Transaktionsmails und normalen Werbemails im Vergleich nach Anwendungsbereichen
(Quelle: statista.com)

Sie sehen, verglichen mit E-Mails aus herkömmlichen E-Mail-Marketing-Kampagnen haben Transaktionsmails eindeutig die Nase vorn. Teilweise mit achtfacher (!!!) Öffnungsrate!

Wenn das kein Grund ist, Transaktionsmails zu perfektionieren…

Tipp 6: Befreien Sie auch langweilige Transaktionsmails aus ihrem textlastigen Dasein und verhelfen Sie ihnen zu der verdienten Schönheit.

Tipp 7: Transaktionsmails sollten Sie unmittelbar nach der Transaktion versenden.

Falls Sie die Transaktion manuell prüfen möchten oder müssen und den Versand damit verzögern, versenden Sie vorab eine unverbindliche Eingangsbestätigung.

Der Empfänger erhält dadurch Sicherheit über die erfolgreich durchgeführte Transaktion.

Tipp 8: Denken Sie auch bei diese Sorte E-Mails darüber nach, in welcher Situation sich der Empfänger befindet.

Infrage kommen zwei Gegensätze:

Der Vielbesteller, den Inhalte von Transaktionsmails nicht interessieren und der „Normal“-Besteller, der die Transaktion gern abgeschlossen hat und sich über Statusmeldungen freut – auch wenn es sich dabei um eine vermeintlich langweilige Transaktionsmail handelt.

An den ersteren haben Sie nichts zu verlieren, gestalten Sie Ihre Transaktionsmails für den „Normal“-Besteller.

Tipp 9: Überbrücken Sie Wartezeiten.

Liefern Sie den Empfängern nützliche Inhalte, die Vorfreude auf zu erhaltende Waren, bzw. die Freude über die getätigte Transaktion noch steigert.

Haben Sie einen Kochtopf oder einen Mixer verkauft, liefern Sie Rezepte, Einkaufslisten, Tutorials und ähnliches. Ging es um eine finanzielle Transaktion, liefern Sie Hintergrundinformationen, z.B. über die Zusammenstellung des gezeichneten Aktien-Fonds, den Arbeitsalltag von Fondsmanagern oder lassen Sie Testimonials zu Wort kommen.

Beschreiben Sie in jedem Fall die nächsten Schritte und ggf. die voraussichtliche Wartezeit, damit sich der Empfänger darauf einstellen kann.

Tipp 10: Liefern Sie weiterführende Inhalte.

Das können Zubehör-Artikel, Cross-Selling- oder Up-Selling-Artikel sein, die zum gekauften Produkt passen. Bieten Sie an, diese Artikel ohne Aufpreis bei den Versandkosten der gerade getätigten Bestellung hinzufügen.

Für das zweite Beispiel mit dem Aktien-Fonds können an dieser Stelle Geldanlagen der gleichen Risikostufe angeboten werden.

Link-Tipp: http://www.internetworld.de/onlinemarketing/e-mail-marketing/transaktionsmails-zu-umsatzgeneratoren-909766.html

Automatisierte “Activation”-Mails

26% der befragten Unternehmen versenden automatisierte Aktivierungsmails. Damit sind alle E-Mails gemeint, die einen Link enthalten, dessen Klick einen Download oder eine Benutzeranmeldung aktiviert.

Im Gegensatz zur „Double-Optin“-Mail findet allerdings keine Anmeldung zu einem Newsletter oder einer Mailing-Liste statt. Dazu wäre ein separater Double-Optin-Prozess notwendig.

„Activation“-Mails gehören ebenfalls zu den klassischen Systemmails und wird meist genauso stiefmütterlich behandelt.

Besonders macht die Aktivierungsmail, dass der Empfänger sie benötigt, um eine gewünschte Aktion auszuführen.

5 Tipps für den richtigen Umgang mit Aktivierungmails

Tipp 11: Keine Werbung!

Zumindest nicht in klassischen Double-Optin-Mails. Hier ist der Gesetzgeber eindeutig.

Tipp 12: In Aktivierungsmails, die kein Double-Optin darstellen – beispielsweise die Anforderung weiterer Informationen, E-Books oder ähnlichem – ist „Werbung“ unproblematisch (aber nicht zwingend erwünscht…)

Tipp 13: Legen Sie auch hier Wert auf eine gute Gestaltung.

Werden Sie in der Motivwahl nicht werblich, versuchen Sie aber dennoch Ihre Botschaften mithilfe von Bildsprache zu vermitteln.

Tipp 14: Inhaltlich sollten Sie es sehr knapp halten.

Außer dem Aktivierungslink sollten keine Links im Text der E-Mail enthalten sein (im Footer können Sie natürlich Ihre Kontaktdaten verlinken).

Tipp 15: Geben Sie sich textlich besondere Mühe.

Diese E-Mail besteht fast ausschließlich aus dem kurzen Text rund um den Aktivierungslink. Das bedeutet, dass sich die komplette Aufmerksamkeit des Empfängers im Text bündelt.

Achten Sie auf die richtige Formulierung, formatieren Sie den Text ansprechend und machen Sie mithilfe von Schriftbild und Text Lust auf mehr.

Link-Tipp: http://blog.inxmail.de/der-richtige-umgang-mit-double-opt-in-abbrechern/

Automatisierte „Nach dem Kauf“-Mails

Nach dem Kauf versandte E-Mails dienen oft dazu, Erfahrungen aus dem Kauf, eine Meinung über eventuell in Anspruch genommenen Service des Unternehmens oder Erfahrungen mit dem Produkt abzufragen.

25% der befragten Unternehmen versenden diese Art von E-Mails automatisiert.

Solche „Bewertungsmails“ gelten allerdings als „Werbung“, auch hierfür wird ein Einverständnis des Empfängers benötigt.

Aussagen zu Produktbewertungen im Internet
(Quelle: statista.com)

Diese Grafik zeigt die Beliebtheit von Produktbewertungen im Internet (Stand September 2011). Das sagt zunächst nichts über die Relevanz von Bewertungsmails aus – Menschen sagen allerdings gern ihre Meinung und haben ein gutes Gefühl dabei, der „Allgemeinheit“ durch ihre Produktbewertung etwas „zurückzugeben“.

5 Tipps für bessere Kundenbewertungsmails

Tipp 16: Bitten Sie Ihre Kunden um Hilfe.

Damit signalisieren Sie Vertrauen, Wertschätzung, Anerkennung und einen Dialog auf Augenhöhe.

Tipp 17: Formulieren Sie den Betreff entsprechend.

Die Öffnungsrate Ihrer Bewertungsmail wird steigen!

Tipp 18: Machen Sie Ihre Kunden zu Experten und machen Sie dies zum Thema dieser E-Mails.

Auch wenn Sie eine Umfrage starten und gar keine Produkte vertreiben – geben Sie Ihrem Kunden das richtige Gefühl: Sie benötigen ihn wegen seiner einmaligen Erfahrungen.

Tipp 19: Sie können wertvolle, kostenlose Dreingaben nach der Bewertung in Aussicht stellen.

Tipp 20: Bieten Sie Ihren Kunden die Möglichkeit als Testimonial aufzutreten.

Dieses Angebot kann über einen Text in der Bewertungsmail gemacht werden. Über einen speziellen Link kann der Kunden auf eine eigene Seite zugreifen und dort seinen Text, einige Daten und ein Foto hinterlegen.

Nach Prüfung könnte die Kundenmeinung mit abgekürzten persönlichen Daten, wie Name, Beruf und Ort neben dem Kundenbild auf Ihrer Webseite angezeigt werden.

Ihrem Kunden könnten Sie einen Wertgutschein für seine Mühe anbieten.

Link-Tipp: http://www.konversionskraft.de/conversion-optimierung/5-wege-zu-mehr-kundenbewertungen.html

Automatisierte Cross-Selling- und Up-Selling-Mails

Ebenfalls 25% der befragten Unternehmen nannten Cross-Selling- und Up-Selling bei Automatisierten Marketing Kampagnen.

Als Cross-Selling bezeichnet man im E-Commerce die Produkte, die einander beiderseitig zugeordnet sind und die sich gegenseitig bewerben.

So kann Buch A „E-Mail-Marketing: Konzeption“ das Buch B „E-Mail-Marketing: Umsetzung“ bewerben und umgekehrt.

Beim Up-Selling spricht man vom Angebot höherwertiger Artikel.

Haben Sie eine Flasche Wein für 10 Euro erworben, könnte Ihnen der Weinhändler nach einiger Zeit Wein für 20 Euro pro Flasche anbieten. Diese einseitige Beziehung in Richtung des höherwertigen Produkts nennt man „Up-Selling“.

Im E-Mail-Marketing sind beide Varianten sehr gut aufgehoben. Einige Online-Shop-Systeme bieten bereits E-Mail-Templates dafür an, die regelgesteuert befüllt und versandt werden können.

CRM-Systeme sind dazu ebenso in der Lage, genauso wie die Tools zur Marketing Automation.

5 Tipps für effizientes Cross-Selling und Up-Selling

Tipp 21: Achten Sie auf relevante Inhalte.

Quasi willkürliche oder unsinnige Produktangebote ergeben keinen Sinn! Denken Sie an Shops, die Sie nach dem Kauf eines Kühlschranks noch Monate lang mit weiteren Kühlschrank-Angeboten nerven…

Tipp 22: Versenden Sie nicht „einfach nur“ E-Mails zum Cross-Selling und Up-Selling.

Bringen Sie passende Produkte in Transaktionsmails unter. Oder erschaffen Sie Kunden-/Produktlebenszyklen (später mehr dazu), innerhalb dieser Cross-Selling und Up-Selling angebracht sind.

Bleiben wir beim Kühlschrank – nach fünf Jahren können Sie durchaus einen weiteren Kühlschrank bewerben und Ihrem Käufer ein höherwertiges Modell anbieten.

Sie müssen nicht jedem Kunden für jedes Produkt Cross-Selling- und Upselling-Angebote zukommen lassen. Beschränken Sie es auf sinnvolle und nützliche Angebote.

Tipp 23: Vermeiden Sie Unzufriedenheit.

Um Ärger bei Ihren Kunden zu vermeiden, ist es oft hilfreich einfach am Ende eines E-Mailings zu fragen „Haben Sie sich über die Produkte in dieser E-Mail gefreut?“

Mit zwei Buttons „Ja“ und „Nein“ können Sie auf einfachste Art und Weise die Stimmung abfragen und Ihr künftiges Marketing danach ausrichten.

Tipp 24: Kooperieren Sie mit Partnern.

Je nach Branche kann es sinnvoll sein, gegenseitig über passende Angebote zu informieren. Bieten Sie E-Books an, könnten Sie E-Book-Reader aus einem befreundeten Elektronikmarkt anbieten – und anders herum.

Tipp 25: Wie immer: Bedenken Sie die „P“ des Marketing Mix 2.0.

Damit sind Sie auf der sicheren Seite, was Relevanz und Sinnhaftigkeit Ihres E-Mailings betrifft!

Link-Tipp: https://vwo.com/blog/use-upsell-cross-sell/

Automatisierte Trigger-Mails 1 (Zeitgesteuert)

Zeitgesteuerte E-Mails werden immerhin von 25% der befragten Unternehmen versandt.

Auslöser für den Versand der E-Mail ist ein individueller Zeitpunkt.

Das klassischste Beispiel ist dafür sicherlich der Geburtstag des Kunden.

Aber auch Jubiläen (1 Jahr Kunde, 2 Jahre Kunde, …), besondere Termine wie Produkt-Neuerscheinungen oder besonders gute individuelle Angebote (z.B. nach Erreichen einer Bonusschwelle) sind mögliche Auslöser für zeitgesteuerte Trigger-Mails.

E-Mailings zu einem festen Termin, z.B. Weihnachten, Valentinstag oder der monatliche Newsletter zählen nicht zu diesen Trigger-Mails. Der individuelle Charakter und die damit erhöhte Relevanz müssen gewahrt sein.

5 Tipps für gute zeitgesteuerte Trigger-Mails

Tipp 26: Versenden Sie nicht nur deshalb zeitgesteuert E-Mails, weil Sie Software besitzen, die es kann.

An erster Stelle muss immer ein Zweck hinter einem E-Mail stehen – egal wie hoch die theoretische Relevanz für den Empfänger sein mag.

Tipp 27: Verwenden Sie nicht nur den Tag, sondern den Moment als Trigger.

Werten Sie aus, zu welcher Tageszeit Ihr Empfänger am aufnahmebereitesten ist. Nähern Sie sich dem optimalen Versandzeitpunkt im Lauf der Zeit immer mehr an.

Beginnen Sie mit den frühen Morgenstunden (Frühstückszeit) und dem späten Nachmittag. Tendenziell sind E-Mails am Morgen am erfolgreichsten.

Aber natürlich ist der beste Zeitpunkt immer von der Branche und weiteren Gegebenheiten abhängig.

Tipp 28: Seien Sie kreativ und finden Sie gute Gelegenheiten für zeitgesteuerte Trigger-Mails.

Optimal sind Zeitpunkte, zu denen sowohl Sie als auch Ihr Empfänger einen Bezug haben.

Geburtstagsmails versenden sehr viele Unternehmen – aus Empfängersicht alle am selben Tag.

Tipp 29: Vermeiden Sie Mehrfachsendungen am selben Tag, bzw. innerhalb zu kurzer Zeiträume.

Es kann natürlich passieren, dass ein Kunde zwei zeitgesteuerte Trigger-Mails am selben Tag (oder in derselben Woche) empfangen würde, weil zwei Trigger zutreffen. Zum Beispiel Geburtstag und eine Neuentwicklung eines Produkts aus dem Kundensortiment.

Erstellen Sie Regeln, welche E-Mails nachrangig versandt werden, sodass der Empfänger nur die wichtigste Information erhält.

Tipp 30: Sie ahnen es schon: Der Marketing Mix 2.0 mit seinen 9 „P“.

Wie für alle E-Mail gilt auch die triggergesteuerten Mailings der erweiterte Marketing Mix. Ich weise so oft darauf hin, weil sich gezeigt hat, dass sich damit der Erfolg von Marketing-Maßnahmen sehr einfach deutlich steigern lässt.

Link-Tipp: http://customer.io/blog/timing-week-day-email-sending-schedule.html (Dieser Tipp bezieht sich auf einen optimalen Versandzeitpunkt ohne automatisiertes 1:1 Marketing.)

Automatisierte Trigger-Mails 2 (Verhaltensgesteuert)

18% der befragten Unternehmen versenden verhaltensgesteuerte Trigger-Mails. Diese Art des E-Mail-Marketings ist mit Abstand die anspruchsvollste.

Das Relevanz-Risiko ist ebenso hoch wie das Relevanz-Potenzial.

Gemeint ist mit verhaltensgesteuerten E-Mails der Versand von E-Mails aufgrund von individuellem Benutzer-Verhalten. Heutzutage sind die unglaublichsten Dinge technisch möglich. Ihr Klickverlauf kann ausgewertet werden, genau wie Ihre Besuchsdauer, die Besuchshäufigkeit oder die Geräte, mit denen Sie im Internet unterwegs sind – schauen Sie mal in Ihrer Analyse-Software nach, was Sie dort alles auswerten können.

Theoretisch könnte dieses „Big Data“-Wissen verwendet werden, um verhaltensgesteuerte Trigger-Mails zu versenden.

Ein Beispiel: Sie schauen sich Tische in einem Online-Shop an und sind anschließend auf dieser Seite inaktiv. Hat der Shop Sie erkannt (mithilfe eines Cookies, eines Fingerprints oder anderer, teilweise auch zweifelhafter Methoden), könnte sofort oder nach einem definierten Zeitintervall eine E-Mail erzeugt und versandt werden, in der Sie Tische mit einem Rabatt angeboten bekommen.

Im Bereich der Bannerwerbung und im Bereich SEM ist diese Art der Werbung, so genanntes „Re-Marketing“ schon seit einigen Jahren gang und gäbe.

Im E-Mail-Marketing stellt sich die Sache etwas heikler dar, da ein aufgezeichnetes Profil mit Ihren Kundendaten verknüpft wird.

Rechtlich ist diese Situation meiner Einschätzung nach nicht abschließend geklärt, moralisch ist sie eher bedenklich.

5 Tipps für verhaltensgesteuerte Trigger-Mails

Tipp 31: Solange Sie sich nicht sicher sind, wie Ihr Empfänger auf verhaltensgesteuerte Trigger-Mails reagiert, lassen Sie es.

Beschränken Sie sich auf alle anderen hier vorgestellten Kampagnen.

Tipp 32: Starten Sie ein Projekt.

Planen Sie die erste verhaltensgesteuerte E-Mailing-Kampagne hypersensibel. Suchen Sie Ihre besten Leute aus den Bereichen Marketing, Vertrieb, Kundensupport und IT und nehmen Sie sich einige Wochen oder Monate Zeit, um die erste Kampagne so gut wie möglich vorzubereiten.

Tipp 33: Suchen Sie Use-Cases aus Ihrer Branche.

First-Mover mit verhaltensgesteuerten Trigger-Mails zu sein, birgt die genannten Risiken. Steigen Sie später damit ein, verringern Sie das Risiko enorm. Nutzen Sie die Erfahrungen von anderen.

Tipp 34: Definieren Sie sehr genau, welches Verhalten welche E-Mail auslöst.

Versetzen Sie sich persönlich in die Haut des Empfängers und hinterfragen Sie kritisch, ob diese verhaltensgesteuerte Trigger-Mail eine gute Idee ist.

Tipp 35: Testen Sie mit einer kleinen Empfängergruppe.

Dieses Thema ist derart heikel und gefährlich, dass Sie das kleinste mögliche Risiko eingehen sollten. Auch wenige Empfänger – vielleicht eine vorab informierte Testgruppe – kann valide Ergebnisse bzgl. der Akzeptanz liefern.

Natürlich gelten die 9 „P“ des Marketing Mix 2.0 auch für die verhaltensgesteuerte Trigger-Mail.

Link-Tipp (Podcast): http://www.behaviormarketinginstitute.com/behavior-marketing-podcast/

Automatisierte Event-Erinnerungsmail

Ebenfalls 18% der befragten Unternehmen versenden automatisierte Event-Erinnerungsmails.

Diese eher seltene Form der automatisierten E-Mailings (jedenfalls im Handel) wird eingesetzt, um wichtige Termine mit einer E-Mail-Serie zu bewerben oder auch um Produkt-Launchs zu initiieren.

Vor allem der zweite Punkt ist für den Handel hochinteressant. In Amerika längst Standard, hinkt der deutschsprachige Raum hier hinterher.

Neue Produkte eignen sich hervorragend für relevante E-Mailings.

5 Tipps für umsatzstarke automatisierte Event-Erinnerungsmails

Tipp 36: Lesen Sie das Buch aus dem Link-Tipp.

Dort wird in aller Ausführlichkeit erklärt, welche Chancen ein guter Produktlaunch bietet und wie er abläuft.

Tipp 37: Nutzen Sie Event-Erinnerungsmails, um Geschichten zu erzählen.

Nennen Sie alle Vorteile des Events oder Produkts, verpackt in eine unterhaltsame und interessante Geschichte. Stellen Sie dabei nicht sich in den Vordergrund, sondern immer den Nutzen Ihres Kunden.

Tipp 38: Versenden Sie Event-Erinnerungsmails nicht einzeln, sondern als Serie.

Je näher der Termin rückt, desto kürzer können die Versandintervalle werden. Übertreiben Sie es aber nicht. Mehr als 5-10 E-Mails sollten Sie pro Serie nicht versenden.

Bauen Sie in den E-Mails der Serie aufeinander auf.

Tipp 39: Kündigen Sie anstehende Termine, also Veranstaltungen, aber auch Sonderaktionen, usw. per E-Mail an.

Beschränken Sie sich in den E-Mails der Serie immer auf die Beschreibung des Events. In diesem Fall sollten Sie auf Cross-Selling, Up-Selling, usw. verzichten.

Tipp 40: Die 9 „P“ aus dem Marketing Mix 2.0 sind wichtig, allerdings sollten Sie sich in der Gestaltung zurückhalten.

Der Text steht im Vordergrund. Wichtig sind der Inhalt und eine optimale Textformatierung. Ähnlich wie bei den Activation-Mails.

Hier haben Sie allerdings viel mehr Platz für Ihre Geschichte.

Link-Tipp: http://www.amazon.de/gp/product/3864702569/

Automatisierte „Win back“- oder Reaktivierungsmails

Nur noch 15% der befragten Unternehmen versenden automatisiert E-Mails, um Kunden zu (re)aktivieren.

Gemeint sind hier keine Double-Optin-Mails, oder E-Mails, die dazu dienen, Anmeldungen zu „aktivieren“. Es geht um E-Mails, mit denen Kunden zurückgeholt, bzw. „aktiviert“, also zu einer Handlung motiviert werden sollen.

Bedenken Sie, dass Sie auch zum Versand von „Activation“-Mails die Zustimmung des Empfängers benötigen.

5 Tipps für die Automatisierung von Aktivierungsmails

Tipp 41: Erstellen Sie ein Konzept für die (Re)Aktivierung Ihrer Kunden.

Definieren Sie beispielsweise einen Produkt- oder Kundenlebenszyklus, im Rahmen dessen Sie verschiedene E-Mails versenden, um den Kunden zu einer bestimmten Handlung zu motivieren.

Tipp 42: Aber auch „einfache“ Newsletter können zur Aktivierung von Kunden dienen.

Binden Sie klare „Call to Actions“ ein.

Tipp 43: Kommen wir hier wieder auf die 9 „P“ aus dem Artikel „Marketing Mix 2.0“ zurück, die Sie bedienen müssen, um mit Ihrem E-Mailing erfolgreich zu sein.

Tipp 44: Bedenken Sie auch wieder die Situation des Kunden.

Er war eine gewisse Zeit nicht aktiv, benötigt also einen besonderen Grund, die von Ihnen gewünschte Handlung zu vollbringen.

Tipp 45: Liefern Sie Nutzen! Liefern Sie kostenlose E-Books oder gute Blog-Artikel.

Link-Tipp: http://www.direktplus.de/archiv/artikelarchiv/praxistipps-archiv/kundenaktivierung/strategie-kundenaktivierung/

Automatisierte Warenkorb-Erinnerungsmails

Noch 9% der befragten Unternehmen setzen auf automatisierte Warenkorb-Erinnerungsmails.

Auf den ersten Blick klingt es sehr attraktiv, Kunden auf nicht abgeschlossene Warenkörbe hinzuweisen.

Vor allem, wenn der Kunde im Rahmen des Check-Out-Prozesses bereits einige seiner Daten eingegeben hat. Eine nachträgliche Zusammenführung von Warenkörben zu Kunden entfällt somit meist.

Allerdings fällt diese Form des Marketings rein rechtlich unter „Werbung“ und bedarf in jedem Fall einer Einwilligung per Double Opt-In.

5 Tipps für die sichere automatisierte Warenkorb-Abbruch-Mails

Tipp 46: E-Mail-Versand nur nach Einwilligung des Empfängers!

Verlassen Sie sich nicht auf den oft in diesem Kontext zitierten § 7 Abs. 3 UWG und versenden Sie nur mit vorliegender Einwilligung.

Im Double Optin-Verfahren muss auf den Versand von E-Mails aufgrund von Warenkorb-Abbrüchen explizit hingewiesen werden!

Tipp 47: Sobald Sie die rechtlichen Voraussetzungen geklärt haben, steht Ihnen ein sehr effektiver Marketing-Kanal offen.

Viele Kunden vergessen schlichtweg ihren Warenkorb abzuschließen und sind für einen unaufdringlichen Hinweis dankbar.

Tipp 48: Nutzen Sie die Möglichkeit und bieten Sie Cross-Selling- und Up-Selling-Produkte an.

Auch das Schnüren von Bundles und Sets, sowie das Angebot weiterer kostenpflichtiger Angebote kann Sinn ergeben.

Tipp 49: Bieten Sie dem Empfänger per Link- oder Buttonklick die Möglichkeit an, den Warenkorb zu löschen. So bieten Sie ihm eine Alternative zum Kauf und der Empfänger setzt sich mit der Frage „Abschließen oder nicht abschließen?“ intensiver auseinander. Die Chance zum Abschluss steigt.

Tipp 50: Gestalten Sie die E-Mail für Warenkorb-Abbruch-Mails tendenziell schlicht.

Die E-Mail soll als Information wahrgenommen werden, nicht als Werbung.

(Natürlich ist es im Marketing imer das Ziel, jegliche Werbung als Information „zu verkaufen“ – hier ist dieses Ziel umso wichtiger.)

Nicht die 9 „P“ des Marketing Mix 2.0 vergessen…

Link-Tipp: https://www.optivo.com/de/blog/2015/1/wettbewerbszentrale-watscht-warenkorbabbrecher-e-mails-ab

Fazit

In diesem Artikel haben Sie 11 bewährte Kampagnen für automatisiertes Marketing kennengelernt.

Sie haben 50 konkrete Tipps und Tricks erhalten, wie Sie die Kampagnen am besten für sich umsetzen können.

Die 10 Link-Tipps liefern Ihnen weiterführende Inhalte und Inspiration, noch weiter zu forschen und eigene Ideen für automatisiertes Marketing zu entwickeln.

Alle beschriebenen Kampagnen sind Realität und mit ein wenig Aufwand für jedes Unternehmen umzusetzen.

Falls Sie Fragen zur Umsetzung haben, können Sie sich gern über das Kontaktformular an mich wenden oder Ihre Fragen als Kommentar hinterlassen.

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by Sebastian Eisenbürger

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